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Meine Geschichte

Nie werde ich diesen Sonntag im Herbst 1954 vergessen. Es regnete, war grau und meine Eltern machten ihren Mittagsschlaf. Ich war mit mir und meiner Fantasie zufrieden  In meinem Zimmer befand sich zugleich das Schneideratelier meiner Mutter, überall gab es Material zum Basteln. All die Feen und Gnome, die ich aus Märchen kannte und die ich auch sehen konnte, wollte ich darstellen. So war an diesem Sonntag mein erstes kleines Püppchen entstanden. Ab dem Moment habe ich die Regensonntage geliebt, ja sogar darauf gewartet. Meine Kreativität kannte keine Grenzen und das ist bis heute so geblieben. In meinem Beruf als Kindergärtnerin konnte ich meine Kinder erfreuen, dann als Mutter meine zwei Kinder, und jetzt als Grossmutter alle Kinder.

Eine Figur ensteht

Nach einer Einstiegsmeditation kommen mir Gefühle und Bilder aus der Tiefe hoch. Meine Befindlichkeit, meine Emotionen bekommen einen Namen, eine imaginäre Form. Transformation darf entstehen, aus Angst wird Hoffnung, aus Wut entspringt Mitgefühl, aus Trauer Trost. Aus meiner selber entwickelten Modelliermasse forme ich zuerst den Kopf und zwar solange, bis mich das Ergebnis befriedigt. Hände und Füsse werden für jede Figur individuell gestaltet. Während der Trockenzeit von ein bis zwei Tagen widme ich mich dem Innenleben, das aus einem Holzgestell und Rundstäben entsteht, die mit kleinen Lederstücken verbunden sind. Auf einem Spaziergang suche ich dann das passende Holz für das Spielkreuz, das einmal aus Schwemmholz oder manchmal aus Wurzeln gefertigt wird. Anschliessend wird die Figur bemalt, nass in nass, an Fäden aufgehängt, getauft und fotografiert. Aus der Vision ist Wirklichkeit geworden. Nun darf sie auch einer anderen Person Freude machen, die sie erwerben möchte. Jede Figur ist ein Unikat, aus meiner Seele geboren und aus Naturmaterialen angefertigt.